KU 2.1.2.1 Eigenkapital- oder Gesamtkapitalansatz?
Der Shareholder Value läßt sich nach zwei Vorgehensweisen ermitteln. Die allgemein übliche[21] ist der Gesamtkapitalansatz (Entity Approach). Bei dieser Methode wird zuerst der Wert des Gesamtunternehmens ermittelt, indem Free Cash Flows vor Zinsen, die also zur Ausschüttung an Fremd- und Eigenkapitalgeber zur Verfügung stehen, mit den gewichteten Gesamtkapitalkosten des Unternehmens diskontiert werden. In einem zweiten Schritt wird von dem so berechneten Unternehmenswert der Marktwert des Fremdkapitals abgezogen, um schließlich den Shareholder Value zu erhalten.
Beim Eigenkapitalansatz (Equity Approach) wird der Unternehmenswert stattdessen aus
Freien Cash Flows ermittelt, bei denen die Zinszahlungen bereits berücksichtigt sind. Die Diskontierung erfolgt hier mit den Eigenkapitalkosten.
Obwohl beide Methoden unter bestimmten Bedingungen zum gleichen Ergebnis führen,[22] kann es in bestimmten Fällen sinnvoll sein, den Eigenkapitalansatz vorzuziehen. So sind bei Banken die zinslosen Einlagen aus dem Privatkundengeschäft eine der wichtigsten Finanzierungsquellen, nicht aber am Kapitalmarkt aufgenommene Kredite. Vor allem dadurch sind die Fremdkapitalkosten hier schwer zu ermitteln.[23]
(Die Zahlen in eckigen Klammern verweisen auf die Fußnoten)
2.1.2.2 Die Berechnung der Freien Cash Flows
Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung
Admin 23:25, 4. Mai 2006 (CEST)
