TextBudeStartseite | Urheberrecht | Impressum

KU 3.2.1.1 Berechnung

Die Berechnung der einzelnen Komponenten des CFROI weicht geringfügig von der Darstellung in Kapitel 2.1.1 ab, da bei externen Analysen nicht alle notwendigen Daten verfügbar sind. So wird z. B. bei der Ermittlung der Bruttoinvestitionsbasis auf die Berücksichtigung von kapitalisierten Miet- und Leasingaufwendungen verzichtet. In einem ersten Schritt ergibt sich damit die Bruttoinvestitionsbasis vor Inflationsanpassungen aus folgenden Positionen:


Buchmäßige Aktiva
- nicht-verzinsliche Verbindlichkeiten
+ kumulierte Abschreibungen
= Bruttoinvestitionsbasis ohne Inflationsanpassung


Als nicht verzinslich werden dabei die Passivposten Konzerngewinn (Dividende), Steueranteil der Sonderposten mit Rücklageanteil, Rückstellungen incl. Pensionsrückstellungen, erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sowie die als unverzinslich ausgewiesenen Verbindlichkeiten angesehen. Obwohl anzumerken ist, daß Pensionsrückstellungen sehr wohl als verzinslich gelten können,[109] wird hier der Darstellung Lehmann’s gefolgt, der sie als unverzinslich klassifiziert.[110] Lehmann begründet diese Vorgehensweise damit, daß der Zinsanteil an den Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen in den meisen Fällen nicht angegeben wird. Allerdings sind einige Gesellschaften bereits dazu übergegangen, diesen Betrag explizit in der Gewinn- und Verlustrechnung auszuweisen.[111] Um aber eine einheitliche Bewertung aller untersuchten Unternehmen zu ermöglichen und andererseits bei der Ermittlung des CFROI möglichst wenig von dessen Definition abzuweichen, wurden die Pensionsrückstellungen als unverzinslich eingestuft.

Als nächstes wird die Inflationsanpassung der Bruttoinvestitionsbasis zum heutigen Geldwert ermittelt. Dazu ist zunächst die Nutzungsdauer des Sachanlagevermögens zu bestimmen, indem dessen historische Anschaffungskosten durch die planmäßige lineare Abschreibung geteilt werden. Hier ergibt sich aber die Schwierigkeit, daß in Deutschland die gemischte Abschreibung vorherrscht. Dabei werden die Anlagegüter zunächst degressiv und später, wenn der lineare Abschreibungsbetrag den degressiven übersteigt, linear abgeschrieben. Für die relativ komplexe Umrechnung von der gemischten zur linearen Abschreibung wurde von der Boston Consulting Group ein auf empirisch ermittelten Daten basierender Algorithmus entwickelt, der Lewis zufolge eine Fehlertoleranz von nur etwa 10 % aufweisen soll.[112] Mit Hilfe dieses Algorithmus wird die Entwicklung des Sachanlagevermögens über einen bestimmten Zeitraum unter Berücksichtigung der realen Wachstumsrate des Unternehmens und der Inflationsrate simuliert. Anschließend werden die linearen und gemischten Abschreibungsbeträge der Simulation mit den realen Werten verglichen und in einem iterativen Prozeß an diese angenähert.[113] Für die hier vorgestellte Analyse wurde auf der Grundlage dieses Algorithmus ein Programm geschrieben, das nach Angabe der durchschnittlichen Inflationsrate, des realen Wachstums des Anlagevermögens sowie der aus den historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten und dem gemischten Abschreibungsbetrag ermittelten „Steuerlichen Nutzungsdauer“ die ökonomische Nutzungsdauer ableitet. Gleichzeitig wird die Inflationierung des Sachanlagevermögens vorgenommen.[114] Die dabei verwendete durchschnittliche Inflationsrate von 2,31 % ergab sich aus dem geometrischen Mittel der Inflationsraten des gesamten Betrachtungszeitraumes.

Abschließend kann damit die Bruttoinvestitionsbasis wie folgt berechnet werden:


Bruttoinvestitionsbasis ohne Inflationsanpassung
+ Inflationsanpassung des SAV zum heutigen Geldwert
= Bruttoinvestitionsbasis


Der Brutto-Cash-Flow als weiterer Bestandteil des Cash Flow Return on Investment wird im Rahmen der empirischen Untersuchung aus folgenden Positionen ermittelt:


Jahresüberschuß nach Steuern
+ Abschreibungen
+ Zinsaufwand
= Brutto-Cash-Flow


Miet- und Leasingaufwendungen sind in dem vorliegenden Bilanzgliederungsschema nicht ausgewiesen, so daß sie an dieser Stelle nicht berücksichtigt werden konnten. Des weiteren wurde aufgrund der in Deutschland relativ niedrigen Inflationsrate auf die Korrektur der Bilanzierung gemäß der FIFO- oder LIFO-Methode sowie auf die Bereinigung um den Inflationsgewinn oder -verlust verzichtet.

Der Restwert der nicht abschreibbaren Aktiva setzt sich aus den Positionen Nettoumlaufvermögen, Finanzanlagevermögen und Grund und Boden zusammen. Das Nettoumlaufvermögen wurde dabei aus dem Umlaufvermögen abzüglich der oben bereits definierten unverzinslichen Verbindlichkeiten errechnet. Da auch der Grund und Boden im allgemeinen nicht in der Bilanz ausgewiesen wird, wurde stattdessen auf die Position Grundstücke zurückgegriffen. Obwohl hier Gebäude inbegriffen sind, dürfte der Fehler nicht allzu groß sein, da die Grundstücke in der Bilanz meist weit unter ihrem Marktwert bewertet werden.


(Die Zahlen in eckigen Klammern verweisen auf die Fußnoten)


3.2.1.2 Ergebnis der Analyse


Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung


Admin 23:29, 4. Mai 2006 (CEST)


Finden

Blättern
Startseite
Artikel schreiben
Sitemap


Alles für Ihre Fotos und Kunstwerke: Bilderrahmen aus Alu, Holz und Kunststoff. Auch Anfertigung von Bilderrahmen nach individuellen Maßvorgaben.
Fotoentwicklung online: Besser als digitale Fotos nur auf der Festplatte zu speichern. Lassen Sie online Ihre digitalen Bilder entwickeln und mit Bilderrahmen ausstatten. Digitale Fotoentwicklung zum günstigen Preis.