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KU 3.2.2.1 Berechnung

Wie bereits im Kapitel 2.1.2.2 dargestellt, wird der Freie Cash Flow einer Geschäftseinheit wie folgt berechnet:


Operatives Ergebnis nach Steuern
- Veränderungen Working Capital
- Erweiterungsinvestitionen in Anlagevermögen
= Operativer freier Cash Flow


Der Grund für die Verwendung des operativen Ergebnisses an dieser Stelle ist der, daß bei dem Vergleich von Geschäftseinheiten oder Tochtergesellschaften eines Konzerns deren operatives Geschäft im Mittelpunkt steht. Die zusätzliche Berücksichtigung des Finanzergebnisses könnte zu Verzerrungen führen, da schlecht wirtschaftende Bereiche diesen Nachteil durch Anlage von Geldmitteln kompensieren könnten. Wenn jedoch Gesamtunternehmen Gegenstand der Analyse sind, spielen auch nicht-betriebliche Erträge eine Rolle, da sie in die Bewertung eines Unternehmens am Markt einfließen. Daher wurde im Rahmen der vorgenommenen Untersuchung der gesamte Freie Cash Flow der Firmen berücksichtigt.

Zur Errechnung des Ergebnisses nach nicht anrechenbaren Steuern wurden die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Ertragsteuern zum Nach-Steuer-Jahresüberschuß addiert. Anschließend wurden fiktive Gewerbeertragsteuern in Höhe von 16 % abgezogen. Substanzsteuern wurden dabei vernachlässigt.

Das Working Capital errechnet sich aus dem Umlaufvermögen abzüglich des unverzinslichen Fremdkapitals sowie der liquiden Mittel.[116] Welche Passivposten dabei als unverzinslich angenommen werden, wurde bereits im Kapitel 3.2.1.1 dargestellt. Die Investitionen in das Working Capital sollen vereinfacht der Erhöhung desselben zwischen zwei Bilanzstichtagen entsprechen.

Die Erweiterungsinvestitionen lassen sich ebenso aus der Differenz des Wertes des Sachanlagevermögens an zwei Bilanzstichtagen ermitteln. Der Bestand am Jahresende ergibt sich aus dem Anfangsbestand wie folgt:


Bild:ku_formel29.gif


Wenn die Investitionen, Abgänge und Abschreibungen zu Erweiterungsinvestitionen zusammengefaßt werden, läßt sich deren Wert als Erhöhung des Bestandes an Sachanlagevermögen interpretieren:


Bild:ku_formel30.gif


Ein Problem bei der Untersuchung stellte die Ermittlung des Residualwertes dar. Zum einen sollte eine einheitliche Methode angewandt werden, um nicht schon durch eine unterschiedliche Berechnungsweise das Ergebnis zu verfälschen, zum anderen erforderte die Vielzahl an Branchen eine individuelle Berechnung. Bei der Anwendung der Methode der ewigen Rente auf den Free Cash Flow des letzten Jahres ergab sich bei einigen Firmen aufgrund eines schlechten Ergebnisses in diesem Jahr ein sehr geringer oder sogar negativer Unternehmenswert. Das gleiche Problem trat bei der Verwendung eines über den gesamten Beobachtungszeitraum gemittelten Freien Cash Flow auf. Das beste Ergebnis, auch im Hinblick auf eine hohe Korrelation mit den Marktwerten, ergab schließlich die Approximation des Residualwertes durch den Buchwert.


(Die Zahlen in eckigen Klammern verweisen auf die Fußnoten)


3.2.2.2 Ergebnis der Analyse


Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung


Admin 23:29, 4. Mai 2006 (CEST)


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